Neu in Grasbrunn: Ambulanter Pflegedienst

Mandys Pflegedienst

Seit 1. September gibt es einen ambulanten Pflegedienst in Grasbrunn – den ersten in der Gemeinde. Zu verdanken ist dies Mandy Stamm. Frau Stamm ist selbst eine Grasbrunnerin und arbeitete 27 Jahre lang im Abaton Pflegeheim in Eglharting/Kirchseeon. Dort lief nun die Genehmigung aus. „Wohin mit meinen Bewohnern und Bewohnerinnen?“ fragte sich daraufhin die Geschäftsführerin. Nach einem Aufruf in der Presse meldeten sich die Initiatoren der Wohngemeinschaft am Forstwirt. Dort können nun alle Bewohner in einer Wohngemeinschaft leben.

 

Redaktion: Frau Stamm, Ambulanter Pflegedienst und Ihre Heimbewohner – das sind zwei unterschiedliche Aufgabenbereiche. Fangen wir mit den Bewohnern an. Wie war die Suche nach einer neuen Unterkunft und was ist Ihnen wichtig?

Mandy Stamm: Ich war in vielen Pflegeheimen unterwegs, mit dem Gedanken, das Abaton für eine bestimmte Zeit dort einmieten zu können. Ein Pflegeheim in Wasserburg erklärte sich bereit, uns eine Station zur Verfügung zu stellen, leider nur für ca. 2 Monate. Der logistische Aufwand für diese kurze Zeit wäre immens gewesen. So kamen wir auf die Idee, einen Aufruf über Facebook zu starten, darauf meldete sich die Ebersberger Zeitung.

Ich konnte vor sehr vielen Jahren Erfahrung im ambulanten Dienst sammeln. Auch waren meine vielen Weiterbildungen, z.B. mein Fernstudium für Leitungen der Pflege immer für teilstationäre, oder stationäre Einrichtungen, sprich auch für die ambulante Pflege.

Ein Pflegeheim oder einen ambulanten Dienst zu leiten, ist von den Qualitätsrichtlinien gleich genormt. Mein Team und meine Bewohner haben sich riesig gefreut, eine WG zu finden. Natürlich bin ich mir bewusst, dass es für alle eine Eingewöhnungsphase braucht. Aber mir geht es um das Wohlbefinden aller Beteiligten.

 

Red.: Seit wann wohnen Ihre Bewohner nun in der neuen Wohngemeinschaft und wie sieht das Leben dort aus?

MS: Die Bewohner des Pflegeheimes sind im August in die WG eingezogen und leben dort in einem familiären Umfeld zusammen. 6 Bewohner leben auf einer Etage zusammen und strukturieren individuell ihren Tagesablauf. Der Tag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück. Danach geht es meistens spazieren. Jeder Bewohner darf seinen Tag selbst gestalten und an den gemeinsamen Aktivitäten teilnehmen. Unterstützt werden sie von Beschäftigungstherapeuten. Diese laden zum gemeinsamen Spielen, Singen und Tanzen ein.

 

Red.: Können aktuell weitere Bewohner dort einziehen?

MS: Ja, außerdem haben wir eine Warteliste.

 

Red.: Konnten Sie Ihre ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Heim ebenso mitnehmen? Wenn ja, wo sind diese eingesetzt?

MS: Ja, einige Mitarbeiter sind mitgekommen. Sie sind in der Pflege und Beschäftigung eingesetzt.

 

Red.: Neben der Leitung der Wohngemeinschaft haben Sie in Grasbrunn einen ambulanten Pflegedienst gegründet. Was genau bieten Sie an und für wen?

MS: In der WG gibt es keine Leitung, sie ist selbstbestimmt. Als Pflegedienst übernehmen wir die Pflege, Betreuung sowie Hauswirtschaft.

 

Red.: Übernehmen Sie auch Fahrten, z.B. zum Arzt, mit den pflegebedürftigen Personen?

MS: Ein Hausarzt vom Pflegeheim macht weiterhin wöchentlich Visite vor Ort und ein Psychiater betreut uns weiterhin. Weitere Arztbesuche werden selbstverständlich von uns übernommen bzw. die Begleitung zu Fachärzten.

 

Red.: Wie groß ist ihr Team? Was ist, wenn eine ambulante Pflegekraft ausfällt?

MS: Das Team setzt sich aus dem Stammpersonal vom Pflegeheim und neuen Mitarbeitern zusammen. Wie jedes andere Unternehmen wird ein Personalausfall mitberücksichtigt, um so auf die Situation reagieren zu können.

 

Red.: Sie sprechen aus vollem Herzen! Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg und Freude bei Ihrer Arbeit. Es ist sehr erfreulich, Sie und Ihre Dienste in unserer Gemeinde zu haben.

 

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22. Oktober 201

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