nbh-Tagespflege im Corona-Jahr

nbh Tagespflege

Ein Gespräch mit Marion Reger, Leiterin der Einrichtung in der Trägerschaft von deine-nachbarschaftshilfe (nbh).

 

Redaktion: Frau Reger, vor drei Jahren im März fiel der Startschuss für Ihre Tagespflege-Einrichtung. Oder sind es eher zwei Jahre plus ein Corona-Jahr, in dem keine wirkliche tagespflegerische Betreuung möglich war?

 

Reger:  So sehe ich das nicht. Wir haben drei interessante und erfahrungsreiche Jahre erlebt.  Im ersten Jahr steckten wir noch kurz in einer Art Lernphase, da wir neu in dem teilstationären Bereich waren. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team und bieten durch die Kombination von fachlicher Kompetenz, Engagement und Kreativität eine wohl attraktive Einrichtung für hilfsbedürftige Menschen an.

 

Das heißt, die Pandemie ist kein Thema für Sie und Ihr Team?

 

Oh doch. Immerhin gehörten alle Gäste, die noch Anfang letzten Jahres zu uns kamen, ausnahmslos zur Hochrisikogruppe. Wir hatten und haben Gäste, die sogar über 90 Jahre alt sind. Viele sind an Demenz erkrankt oder haben große körperliche Einschränkungen. Alle gilt es zu schützen. Als die Pandemie begann, haben wir sofort reagiert. Eine Zeitlang mussten wir auf Anordnung schließen. Währenddessen haben wir ein schlüssiges Schutzkonzept entworfen, das kleine, feste Betreuungsgruppen beinhaltet, externes Besuchsverbot, konsequente Handhygiene und Mund-Nase-Bedeckungen für Personal, Gäste und für die Angehörigen zuhause. Im Team tragen wir alle seit Beginn der Pandemie die aktuell obligatorischen FFP2-Masken. Das Konzept hat sich seit der Wiedereröffnung im Juni bewährt. Von uns gingen keine Ansteckungen aus. Keiner unserer Gäste erkrankte bisher (Stand 01. Februar 2021) an einer Covid19-Infektion. Ich hoffe, unsere Tagespflege bleibt - neudeutsch - eine sichere „Social Bubble“.

 

Das klingt großartig und verwundert zugleich. Immerhin gehen ihre Gäste doch nachmittags in ihr Zuhause und treffen dort Angehörige, die vermutlich auch außer Haus unterwegs waren.

 

Die Angehörigen tragen eine immens große Verantwortung. Das ist ihnen bewusst. Wir thematisieren das sehr oft. Ich bedanke mich an dieser Stelle für die große Kooperationsbereitschaft aller Angehörigen. Sie passen sehr gut auf sich auf, verhalten sich im Interesse ihrer pflegebedürftigen Liebsten sehr diszipliniert und gewährleisten damit deren Unversehrtheit und die meines Teams.

 

Was bedeutet den Gästen der Aufenthalt in Ihrer Tagespflege?

 

Wir gestalten die Tage sehr individuell und abwechslungsreich, fördern soweit möglich die Geselligkeit mit Gedächtnistraining, Gesellschaftsspielen, gemeinsamem Backen und Essen, kleinen Feiern. Wir machen zusammen Sport, tanzen sogar manchmal Samba, selbstverständlich unter Einhaltung aller gültigen Abstands- und Hygieneregeln. Das alles soll in einer möglichst großen Leichtigkeit passieren und hoffentlich mental entlasten. Das Feedback aus den Familien ist sehr positiv. Wir freuen uns, dass all unsere Gäste gern zu uns kommen. 

 

Frau Reger, vielen Dank und alle Gute!

 

 

18. März 2021

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